Richtig lüften: Was in Küche, Bad, Schlafzimmer und Keller wirklich hilft
Warum Lüften mehr ist als frische Luft
Beim Atmen, Kochen und Duschen entsteht Feuchtigkeit. Setzt sie sich an Fenstern und Wänden ab, begünstigt sie auf Dauer Schimmel. Eine relative Luftfeuchtigkeit über 50 Prozent fördert nicht nur Schimmelbildung, sondern auch Hausstaubmilben. Diese bevorzugen 70 bis 80 Prozent und können Allergien und Asthma verschlimmern.
Warnsignale, auf die Sie achten sollten
Viele Menschen lüften erst, wenn die Luft stickig wirkt. Das ist meist zu spät. Die Feuchtigkeit hat sich dann bereits abgesetzt. Verlässlicher sind diese Zeichen:
- Beschlagene Fenster: ein sicheres Zeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit
- Muffiger Geruch: Hinweis auf mangelnde Frischluftzufuhr
- Konzentrationsprobleme oder Müdigkeit: häufig eine erhöhte CO₂-Konzentration
Am besten macht man das Lüften zur festen Routine: morgens nach dem Aufstehen, um die über Nacht angesammelte Feuchtigkeit abzuführen, und abends vor dem Schlafengehen.
Querlüften ist die wirksamste Methode
Fenster und Innentüren so öffnen, dass ein Luftzug entsteht, idealerweise über gegenüberliegende Gebäudeseiten. Fünf bis zehn Minuten genügen, um die Luft vollständig auszutauschen, ohne dass die Räume auskühlen. Je größer der Temperaturunterschied zwischen innen und außen, desto schneller wirkt es.
Das Gegenmodell ist das dauerhaft gekippte Fenster. Es ist die teuerste und zugleich unwirksamste Variante: Die Luft wird kaum ausgetauscht, aber der Fenstersturz kühlt aus. Genau dort entsteht dann Schimmel.
Raum für Raum
Küche: Nach dem Kochen gründlich lüften. Fenster vollständig öffnen und die Küchentür schließen, damit sich Feuchtigkeit und Gerüche nicht in der Wohnung verteilen. Bei offenen Küchen ist zusätzlicher Luftaustausch in den angrenzenden Räumen sinnvoll.
Bad: Der feuchteste Raum der Wohnung. Direkt nach dem Duschen oder Baden das Fenster vollständig öffnen. Die Badezimmertür dabei geschlossen halten, damit die feuchte Luft nach draußen zieht und nicht in den Flur. Ohne Fenster braucht es eine funktionierende mechanische Entlüftung. Sie sollte nach dem Duschen noch einige Minuten nachlaufen.
Schlafzimmer: Über Nacht gibt ein Mensch etwa einen halben Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Morgens direkt nach dem Aufstehen querlüften. Die Tür tagsüber nicht dauerhaft geschlossen halten.
Keller: Hier gilt die Regel umgekehrt. Im Sommer schlägt sich warme, feuchte Außenluft an den kühlen Kellerwänden nieder und verschlimmert das Problem. Kellerräume deshalb bevorzugt in den frühen Morgenstunden oder in der kalten Jahreszeit lüften.
Warum wir das als Verwaltung ansprechen
Streit über Schimmel endet regelmäßig bei der Frage, ob richtig gelüftet wurde. Dann steht Aussage gegen Aussage. Beide Seiten kommen dabei schlecht weg.
Deshalb halten wir es für sinnvoll, konkrete Hinweise zu geben statt allgemeiner Ermahnungen. „Zwei- bis dreimal täglich fünf bis zehn Minuten querlüften“ ist eine Anweisung, die jeder umsetzen kann. „Ausreichend lüften“ ist es nicht. Vor Gericht ist es auch kein tragfähiger Vorwurf.
Wo bauliche Ursachen im Raum stehen, klären wir sie mit einer Messung statt mit einer Diskussion. Wie eine solche Beweiskette aussieht, zeigt unser Beitrag zur Entscheidung des LG Gießen.
Anlass und Fundstelle: Techem Immobilien-Ratgeber, „Auf Durchzug: So lüften Sie Küche, Bad und Schlafzimmer richtig“. Beitrag beim Herausgeber
Darstellung, Aufbau und Einordnung stammen von Ernst Immobilienverwaltung.
Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Situation prüfen lassen möchten.