Hitze wird zum Betriebsthema: Was steigende Sommertemperaturen für Gebäude bedeuten
Wie Hitzebelastung überhaupt gemessen wird
Ein Blick auf Höchsttemperaturen sagt wenig darüber aus, wie stark ein Gebäude belastet wird. Die aussagekräftigere Kennzahl sind Kühlgradtage (englisch: Cooling Degree Days). Sie erfassen, wie häufig und wie intensiv hohe Temperaturen einen Kühlbedarf auslösen. Dauer und Ausmaß fließen also zusammen ein.
Was eine aktuelle Auswertung zeigt
Techem hat für 2025 sowie für den Zeitraum 1980 bis 2025 Kühlgradtage auf Ebene von Städten, Landkreisen und Bundesländern ausgewertet. Die wesentlichen Befunde:
- Die Belastung konzentriert sich deutlich auf den Südwesten. Im Länderranking 2025 lagen das Saarland (rund 44 Kühlgradtage), Rheinland-Pfalz (38) und Baden-Württemberg (29) vorn, bei einem Bundesdurchschnitt von etwa 19.
- Bei der Zunahme seit 1980 steht dagegen Berlin mit rund 55 zusätzlichen Kühlgradtagen an der Spitze, gefolgt von Brandenburg (37) und Sachsen (32). Schleswig-Holstein verzeichnet mit 4 die geringste Zunahme.
- Auf Kreisebene führen Speyer, Heidelberg und Germersheim beide Ranglisten an. Die heißesten Regionen sind vielfach zugleich die mit der stärksten Zunahme.
Einordnung für Krefeld und den Niederrhein: Nordrhein-Westfalen liegt weder an der Spitze der absoluten Belastung noch der Dynamik. Das ist allerdings ein Vergleich und kein Grund zur Entwarnung. Der bundesweite Trend gilt auch hier, nur etwas schwächer ausgeprägt.
Warum das die Verwaltung angeht
Längere Hitzeperioden verändern die Anforderungen an Gebäude auf eine Weise, die in der klassischen Instandhaltungsplanung nicht vorkommt: Innenräume heizen sich stärker auf, kühlen nachts weniger aus, und der thermische Komfort gerät unter Druck. Das schlägt sich in Beschwerden nieder, in Nachfragen nach Klimageräten und in Konflikten über Fassade und Lärm.
Wir halten drei Ansatzpunkte für sinnvoll, bevor über Kühltechnik gesprochen wird:
- Sommerlicher Wärmeschutz zuerst. Außenliegende Verschattung wie Rollläden, Raffstores oder Markisen wirkt deutlich besser als jede Innenlösung und kostet einen Bruchteil einer Klimaanlage. Bei Wohnungseigentum ist das allerdings regelmäßig eine bauliche Veränderung und damit beschlusspflichtig.
- Dachgeschosse gezielt betrachten. Die Dämmung der obersten Geschossdecke wirkt im Sommer wie im Winter. Sie ist meist die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme überhaupt.
- Wärmepumpen mitdenken. Je nach System können sie nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Wer den Heizungstausch ohnehin plant, sollte diese Option bewusst prüfen statt sie später nachzurüsten.
Wenn es dann doch um Split-Klimageräte geht, ist die Rechtslage seit einem BGH-Urteil vom Juli 2026 klarer geworden. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag.
Anlass und Fundstelle: Techem, Pressemitteilung „Der Techem Hitzeatlas zeigt Hotspots in Deutschland“. Beitrag beim Herausgeber
Darstellung, Aufbau und Einordnung stammen von Ernst Immobilienverwaltung.
Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Situation prüfen lassen möchten.