Energieausweis: Wann Sie ihn brauchen und was in die Anzeige gehört
Wozu der Ausweis dient
Der Energieausweis bewertet ein Gebäude, nicht die einzelne Wohnung. Er soll Interessenten den Vergleich ermöglichen. Das ist zugleich seine wichtigste Einschränkung: Die Energiebilanz einer konkreten Wohnung kann je nach Lage im Haus erheblich abweichen. Das gilt etwa für das Dachgeschoss, die Nordseite oder eine Wohnung über der Durchfahrt.
In seiner heutigen Form gibt es ihn seit 2014. Er ordnet jedes Gebäude einer Klasse von A+ (beste Bilanz) bis H zu, unterstützt durch eine Farbskala von Grün bis Dunkelrot. Enthalten sind außerdem Modernisierungsempfehlungen. Diese sind ausdrücklich unverbindlich.
Drei Situationen, in denen Sie ihn brauchen
- Neuvermietung oder Verkauf
- Neubau, energetische Sanierung oder Umbau: Hier dient er zugleich als Nachweis gegenüber der Baubehörde.
Ausgenommen sind unter anderem denkmalgeschützte Gebäude sowie Wochenend- und Ferienhäuser, die weniger als vier Monate im Jahr genutzt werden.
Bei der Vermietung: dreimal derselbe Ausweis
1. Im Inserat, gedruckt wie online, sind fünf Angaben Pflicht:
Art des Ausweises (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis) · Endenergiebedarf oder -verbrauch · wesentlicher Energieträger der Heizung · Baujahr des Gebäudes · Energieeffizienzklasse.
2. Bei der Besichtigung muss der Ausweis vorgelegt oder ausgelegt werden. Das gilt nicht für jeden unverbindlich Interessierten, aber für alle, die ernsthaft in Frage kommen.
3. Nach Vertragsschluss ist eine Kopie auszuhändigen, spätestens zwei Wochen danach. Am einfachsten übergibt man sie direkt bei der Unterzeichnung.
Fehlende oder unvollständige Pflichtangaben im Inserat sind ein häufiger Abmahnungsgrund und können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Der Aufwand, sie korrekt einzutragen, beträgt zwei Minuten.
Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?
Die beiden Varianten beantworten unterschiedliche Fragen:
- Der Bedarfsausweis bewertet das Gebäude selbst, also Dämmung, Fenster und Anlagentechnik, unabhängig vom Heizverhalten der Bewohner. Er ist aufwendiger, teurer und aussagekräftiger.
- Der Verbrauchsausweis stützt sich auf die tatsächlichen Verbrauchswerte aus drei aufeinanderfolgenden Jahren, bereinigt um Leerstände, Witterung und Standort.
Ein Bedarfsausweis ist immer zulässig und bei Neubauten zwingend. Ein Verbrauchsausweis kommt in Betracht, wenn das Gebäude kein Neubau ist und mindestens fünf Wohneinheiten hat. Bei weniger als fünf Einheiten kommt er in Betracht, wenn das Gebäude nach 1977 fertiggestellt wurde oder der Wärmeschutzverordnung von 1977 entspricht. In jedem Fall werden die Verbrauchsdaten sämtlicher Einheiten über drei Jahre benötigt.
Unsere Empfehlung
Wenn ohnehin eine Sanierung im Raum steht, ist der Bedarfsausweis das bessere Geld. Er zeigt, wo die Schwachstellen liegen. Der Verbrauchsausweis zeigt nur, dass viel verbraucht wird. Für die reine Wiedervermietung eines Bestandsgebäudes reicht der Verbrauchsausweis.
Ein Ausweis ist zehn Jahre gültig. Wir führen die Ablaufdaten der von uns verwalteten Objekte mit und melden uns rechtzeitig. Ein abgelaufener Ausweis fällt sonst erst auf, wenn das Inserat schon online ist.
Anlass und Fundstelle: Techem Immobilien-Ratgeber, „Alles, was Sie zum Energieausweis wissen müssen“. Beitrag beim Herausgeber
Darstellung, Aufbau und Einordnung stammen von Ernst Immobilienverwaltung.
Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Situation prüfen lassen möchten.